Und welcher Arbeitstyp bist du
Team der 21arch tankt Inspiration auf VITRA-Campus
Wie funktioniert die neue Bürolandschaft, was hat es mit dem Action Office auf sich und ist Sofa = Faulenzen? Diese und andere Fragen begegnen uns bei unserer Exkursion zum Campus der Vitra AG.

Nach unserer Ankunft in Weil am Rhein begeben wir uns vertrauensvoll in die Hände von Vitra-Mitarbeiterin Steffi Schenk. Sie wird uns den Vitra-Spirit näherbringen. Beim Rundgang fallen sie uns sofort ins Auge, die Sofainseln und Denkerzellen inmitten der Bürolandschaft des familiengeführten Unternehmens, das an diesem Tag gleich Ziel mehrerer interessierter Architektenteams ist. Die Mitarbeiter arbeiten mit höchster Konzentration an ihren Clean Desks - Schall und Lärm: Fehlanzeige. Ruhe und Stil prägen die Arbeitsatmosphäre und lassen die eigentliche Größe des Raums vergessen. Verschiedene Stimmungen, erzeugt durch unterschiedliche Lichtkonzepte, werden passend zur jeweiligen Aufgabe eingesetzt. Das Action Office, eine Synergie aus Wohnlandschaft und Office, beherbergt sowohl Sofaecken, die mal mit und mal ohne Schutzwände ausgestattet sind. „Wir stellen uns immer auf den Arbeitsstil des Kunden ein und wählen für das Meeting die passende Umgebung.“, erläutert uns nun Fachfrau Julia Grahner. „Sofa bedeutet längst nicht mehr nur Faulenzen!“, lacht sie. Vielmehr könne man hier die Gedanken gleiten und der Kreativität freien Lauf lassen. Die „Straße“, ein in der Ebene versetzter Durchgang, trennt das Passieren der Besucher optisch von den mit maximaler Ergonomie ausgestatteten Arbeitsplätzen. Interdisziplinäre Projekttische stehen auf dem „Marktplatz“ bereit. Julia führt uns durch den IT-Bereich im Basement. Hier bemerkt Bhavesh, unser Praktikant aus Indien, eine Sitzecke, die mit bunten Leuchten einen Kontrast zu den grünen Akzenten im Raum bildet. „Unsere Treffpunkte sind immer mit einer besonderen Beleuchtung ausgestattet. Das regt zum Austausch an.“, erklärt uns Julia. Besonderen Spaß beschert uns der Vitra-Rutschturm von Carsten Höller. Fast alle schwingen wir uns mindestens einmal auf den Teppich und schießen den 30 m hohen Turm hinunter bis uns leicht schwindlig ist.
Bei einem delikaten gemeinsamen Lunch im Bistro der Firma tauschen wir uns aus und beraten, wie wir das Gesehene in unserem eigenen Büro umsetzen können. Alle sind ganz angetan von der Idee, das Flanieren auf einer tieferen Ebene als das Arbeiten zu platzieren - und natürlich auch gespannt, ob eines der Konzepte in naher Zukunft Einfluss auf unser Arbeiten haben wird.
Am Nachmittag folgt der anstrengende Teil: Eine hervorragend erläuterte und eindrucksvolle Architekturführung durch die glühende Hitze des Vitra-Campus. Wie glücklich sind wir, dass von der Kirschplantage, auf der Erika und Willi Fehlbaum einst ihre Firma gründeten, noch ein kleiner Baumbestand übriggeblieben ist. Dieser spendet uns Schatten, während wir den spannenden Ausführungen der Kunsthistorikerin lauschen. Jeder entdeckt dabei sein ganz persönliches Highlight. Während Uli vom Design des ehemaligen Feuerwehrhauses, designed ohne Farben und rechte Winkel von Zaha Hadid, sichtlich beeindruckt ist, fasziniert mich der Satz „The details are not the details, they make the product“ – die Maxime von Vitra. Uns allen gefällt aber die Tatsache, dass die besten und zuverlässigsten Tools bei Vitra die Hände der Mitarbeiter sind. Roboter gibt es hier nicht. Dafür entdecken wir einen Airstream Camper mit leckerem Eis! Und das kommt uns jetzt, so kurz vor der Heimfahrt im 33 °C warmen Bus, gerade richtig. Bei einem leckeren und stimmungsvollen gemeinsamen Dinner in Karlsruhe lassen wir den Abend ausklingen. Am Ende sind wir von Sonnenaufgang bis kurz vor Mitternacht mit viel Spaß und kollegialem Esprit unterwegs und haben viele farbenfrohe Eindrücke und Ideen mit im Gepäck zurück in den Stuttgarter Westen…